Susanne Schaper: Situation der Pflege ist „längst fünf nach zwölf“ — Unsere Vorschläge liegen seit langem auf dem Tisch!
Fast wöchentlich gibt es alarmierende Meldungen zum Zustand der Pflegekassen. Heute nun weisen die sächsischen Landesverbände von VdK und Barmer auf die sich weiter zuspitzende Lage hin: Von den immer längeren Pflegezeiten, den Eigenanteilen von bis zu 3000 Euro im Monat, der Situation pflegender Angehöriger und der Unterfinanzierung der Pflege.
Dazu sagt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin Susanne Schaper:
„Gegenwart und Zukunft der Pflege sind auch in Sachsen aufgrund der schon heute akuten Lage kein Thema erst für die nächsten Jahre. Immer wieder weisen Fachverbände auf die mangelnde flächendeckende Versorgung hin. Heute etwa Monika Weber vom Landesverband der Barmer: „Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern längst fünf nach zwölf.“
Die Linksfraktion hat in der letzten Legislaturperiode für die verschiedenen Teilaspekte der Pflege weitgehende Vorschläge gemacht:
- Die Umwandlung der Pflegeversicherung in eine solidarische Vollversicherung (Drucksache 7/14317), in welche endlich auch die hohen und höchsten Einkommen sowie Beamte, Politiker und Freiberufler einzahlen.
- Zur Entlastung von Pflegebedürftigen haben wir ein Landespflegegeld (Drucksache 7/15947) in Höhe von 1500 Euro angeregt.
- Als weitere Entlastung für Pflegebedürftige haben wir einen Antrag für ein Pflegewohngeld (Drucksache 7/13387) zur Begrenzung der Eigenanteile eingebracht.
- Zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung in Sachsen — sowohl durch Angehörige als auch durch Fachkräfte — hat die Linksfraktion gleichfalls einen Antrag (Drucksache 7/534) mit detaillierten Vorschlägen eingereicht.
Alle unsere Initiativen wurden in der letzten Legislaturperiode von der Mehrheit des Landtags abgelehnt. Durch dieses Verhalten haben sich die ohnehin drängenden Probleme in der Pflege weiter zugespitzt.
Trotzdem hat die Linksfraktion erst diesem Monat einen Antrag zur Stabilisierung der Pflegekassen (Drucksache 8/257), der jetzt im Sozialausschuss beraten wird, im Parlament diskutieren lassen. Es ist zu hoffen, dass die neue parlamentarische Situation es ermöglicht, die Uhr von „längst fünf nach zwölf“ zurückzudrehen.
Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.“